Historischer Schulterschluss von Österreichs Privatvermietern

Die tragende Basis des heimischen Tourismus tritt künftig unter einem Namen auf: Privatvermieter Verband Österreich. Die rund 70.000 privaten Beherbergungsbetriebe, die jährlich mehr als 15 Millionen Nächtigungen verbuchen können, haben sich bei ihrem Bundestreffen im Salzburger Elixhausen einstimmig darauf geeinigt, in Zukunft unter einer Marke zu firmieren. Als Kopf des Dachverbandes fungiert der Tiroler Landesobmann Thomas Schanzer, der bereits im April 2011 einstimming zum neuen Bundesobmann gewählt wurde.


Es war ein historisches Votum, das am vergangenen Mittwoch in Elixhausen, beim Bundestreffen der Privatvermieterorganisationen von statten ging. Die Vertreter der einzelnen Bundesländer-Verbände haben einstimmig beschlossen, künftig unter einem Dachverband als einheitliche Marke aufzutreten. Zudem wurde der Tiroler Landesobmann Thomas Schanzer zum geschäftsführenden Obmann dieses erweiterten Privatvermieter Verbandes Österreich bestätigt. Erstmals ist es gelungen, alle neun Bundesländer zu einem gemeinsamen Auftritt zu gewinnen.

Schanzer gilt als treibende Kraft hinter dem bundesweiten Zusammenschluss der Privatvermieter, hat er dieses Kunststück doch zuvor schon in Tirol höchst erfolgreich zustande gebracht: „In Tirol konnten wir eine Neupositionierung des Landesverbandes bereits erfolgreich umsetzen. Auf diese Erfahrungen können wir nun zurückgreifen und gemeinsam auf den Bundesverband umlegen.“ Es sei dringend nötig, die Privatvermieter auf die geänderten Rahmenbedingungen im Tourismus einzustellen, so Schanzer. Daher sei ein starker gemeinsamer Auftritt unerlässlich. Konkret wollen die Privatvermieter, die mit mehr als 15 Millionen Nächtigungen pro Jahr einen wichtigen Beitrag zur heimischen Tourismuswirtschaft leisten, gemeinsam folgende Maßnahmen umsetzen:

>> Bundesweit sollen einheitliche Qualitätskriterien für die Klassifizierung der privaten Beherbergungsbetriebe festgeschrieben werden.

>> Bis Frühjahr 2012 wird erstmals ein einheitliches Corporate Design samt Logo sowie ein gemeinsamer Internetauftritt der österreichischen Privatvermieter präsentiert. Zudem wird auch ein gemeinsames österreichweites Privatvermieter-Magazin erscheinen.

>> Im Sinne der Vereinheitlichung sind die Landesverbände dazu angehalten, im Rahmen von Vollversammlungen Namensänderungen zur Anpassung an die Namensgebung des Dachverbandes zu beschließen.

Die einstimmigen Beschlüsse sowie der Enthusiasmus unter den Teilnehmern an der Bundesversammlung zeigen, wie stark der neue Dachverband bereits ist und welchen Rückhalt das Projekt unter den Privatvermietern hat. Als Vorbild nennt Bundesobmann Thomas Schanzer die vermietenden Landwirte: „Die Marke ‚Urlaub am Bauernhof’ hat geschafft, was auch wir schaffen wollen: Ein starker gemeinsamer Auftritt und eine unverwechselbare Marke, die für Qualität steht.“ Denn die Privatvermieter haben noch lange nicht den Stellenwert innerhalb der Tourismusbranche, der ihnen angesichts der Geschäftszahlen zusteht.

Mit dem neu geschaffenen „Privatvermieter Verband Österreich“ sollen die Privaten auch ihre eigene Lobby erhalten, um mit ihren Anliegen und Bedürfnissen künftig mehr Gehör bei den politisch Verantwortlichen zu finden. Dazu ist eine intensive Zusammenarbeit mit der Österreich Werbung, den Landestourismusorganisationen, der Wirtschaftskammer (WKO) und dem Wirtschaftsministerium geplant.

Beim Bundestreffen war bereits der zuständige Sektionschef der WKO, der Bundesspartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft, Kommerzialrat Hans Schenner, anwesend. Schenner zeigte sich von der Aufbruchsstimmung unter den Privatvermietern begeistert und ist überzeugt, dass die Privatvermieter damit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gesetzt haben.

Neben den genannten, bis zum Frühjahr 2012 umzusetzenden Maßnahmen, hat sich der neu geschaffene „Privatvermieter Verband Österreich“ auch langfristige Ziele gesetzt. So sollen die nunmehr vereinheitlichten Qualitätskriterien stärker an die Gäste kommuniziert werden, um damit die Marktposition zu festigen. Schon jetzt erfüllen österreichweit über 7.000 Privatvermieter diese Kriterien, künftig soll diese Zahl noch deutlich steigen. Zudem wurde die „Bed & Breakfast“-Vereinigung mit ihren klassifizierten Betrieben in den Bundesländern vom neuen Dachverband übernommen und soll künftig bundesweit vereinheitlicht auftreten. Der Internetauftritt ist bereits in Planung.

„Für die rund 70.000 Privatvermieter in Österreich gibt es nun ein einheitliches Sprachrohr, eine Interessensvertretung auf Bundesebene“, fasst der neue geschäftsführende Bundesobmann des „Privatvermieter Verbandes Österreich“ zusammen und blickt optimistisch in die Zukunft: „Mein Motto lautet ‚Das Ganze wiegt mehr als die Summe seiner Teile‘. Genau diese neue Gemeinsamkeit war sichtbar und spürbar bei der Bundesversammlung. Nun gilt es, den eingeschlagenen Erfolgsweg zusammen weiterzugehen.“

Glanzvolles Finale des Wettergipfels in Sölden

Aus Gletscherspalten und von Berggipfeln: Bei den Außendrehs der 21 TV-Teams, die am 5. Wettergipfel in Sölden teilnahmen, wurden spektakuläre Bilder produziert. Rund 65 Millionen Fernsehzuseher in ganz Mitteleuropa bekamen zum Start der Wintersaison stimmungsvolle Eindrücke aus dem Tiroler Ötztal direkt ins Wohnzimmer geliefert. Den traditionellen Höhepunkt des Treffens bildete die Preisverleihung für die beste deutschsprachige Wettermoderation, die an RTL-Wetterchef Christian Häckl ging.

Sölden

Sölden zeigte sich von seiner schönsten Seite: Bei strahlend blauem Himmel lieferten die schneebedeckten Berge die perfekte Kulisse für die Außendrehs der 21 TV-Teams aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Polen, die am 5. Wettergipfel teilnahmen. Wagemutig seilten sich die Stars der Wetterszene, wie Silke Hansen (ARD) und Thomas Wostal (ORF-TV-Wetterchef) in Gletscherspalten ab, um spektakuläre Bilder für ihr Millionenpublikum zu produzieren. Sven Plöger (ARD) wollte hoch hinaus und lieferte seinen deutschen Zusehern das aktuelle Bergwetter aus über 3.000 Metern Höhe vom Gipfel der Schwarzen Schneid in Sölden.
Sölden
Den glanzvollen Höhepunkt des Treffens der Top-Meteorologen und Wettermoderatoren bildete die Verleihung des Wettergipfel-Awards für die beste deutschsprachige TV-Wettermoderation. Die teilnehmenden Fernsehteams wählten selbst den Sieger aus den insgesamt zwölf Einreichungen. Am Ende konnte RTL-Wetterchef Christian Häckl zum bereits zweiten Mal die Trophäe mit nach Hause nehmen: „Es freut mich sehr, nach fünf Jahren wieder diesen Preis zu erhalten. Besonders, weil diese Auszeichnung von Kollegen zuerkannt wird. Es war wieder ein großartiger Wettergipfel und ich hätte nichts dagegen, im nächsten Jahr wieder zu kommen und zu siegen.“

Bei der 5. Auflage des Wettergipfels waren erstmals auch TV-Teams aus Polen und Tschechien zu Gast. Mit Jaroslaw Kret vom polnischen Sender TVP 1 und Weronika Diallo von TVN 24 waren zwei echte Stars aus Warschau mit dabei, die zahlreiche Bilder von den schneebedeckten Ötztaler Bergen in ihre Heimat übermittelten. Auch Tat’ána Míková vom staatlichen Rundfunk in Tschechien zeigte sich von den Gastgeberqualitäten der Söldener begeistert: „Das ist wirklich eine einzigartige Veranstaltung und wir hoffen sehr, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu können.“

Die Sponsoren des Events, die Söldener Bergbahnen, Ötztal Tourismus sowie die Tirol Werbung, konnten mit dem Wettergipfel den perfekten medialen Start in die Wintersaison für sich verbuchen. Mit den traumhaften Eindrücken verschneiter Berge und frisch präparierter Pisten sorgten Wettermoderatoren wie Eva Imhof (RTL), Marcus Wadsak (ORF) und Peter Pöschl (SF-meteo) dafür, dass Millionen Fernsehzuseher mit ihrem Wetterbericht auch gleich die Einstimmung auf die Skisaison geliefert bekommen.

Die Wetterfrösche waren begeistert von der traumhaften Kulisse am Gletscher in Sölden und moderierten skifahrend das Wetter, wie Sebastian Weber (Servus TV), oder erklärten ihren Zusehern im Heißluftballon spannende Wetterphänomene, wie Kai Zorn (DWF). Juliane Pestel (NDR), die Ende Dezember Nachwuchs erwartet, bedauerte fast, nicht selbst Skier anschnallen zu können, um den Rettenbachferner hinunterzuwedeln. Und alle waren sich einig: Es gibt garantiert ein Wiedersehen beim Wettergipfel 2012. – facebook.com/wetterfroesche
Sölden

Tourismus: Schlüsselbranche oder Stiefkind?

Wie steht der Tourismus in der Öffentlichkeit da?
Welchen Stellenwert räumt die Politik dieser Branche ein? Wie bringt der Tourismus die unterschiedlichen Interessen in den eigenen Reihen unter einen Hut? Mittwochabend, traf sich die Tourismus Community Austria bereits zum dritten Mal, um in der Aula der Wissenschaften den Stellenwert der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich und die Herausforderungen für die Zukunft zu diskutieren.

Rund 80 Gäste verfolgten das von APA-Wirtschaftsressortleiter Thomas Karabaczek moderierte Gespräch mit Renate Danler (Hofburg Vienna, Kongresszentrum), Helmut Peter (Romantikhotel Im Weissen Rössl) und Christopher Norden (T.A.I. – Tourismuswirtschaft Austria & International).

Helmut Peter, Altwirt im Weissen Rössl am Wolfgangsee, ließ in seinem einleitenden Statement keinen Zweifel darüber aufkommen, wie wichtig die Bedeutung des Tourismus für die österreichische Wirtschaft ist: „Mit Ausnahme der Jahre 2007 und 2008 hat der Tourismus die negative Handelsbilanz immer ins Positive gedreht!
Deshalb ist der Tourismus eine Erfolgsstory, allerdings haben wir zurzeit, wie in anderen Branchen auch, eine Art Reformverweigerung. Wir müssen darüber reden, wie dieses Land touristisch effizienter werden kann.“ Hohe Steuerquoten, schwierige Arbeitsbedingungen, die Herausforderung der Internationalisierung – das sind laut Helmut Peter die vorrangigen Aufgaben der Lobbyisten im österreichischen Tourismus.

Kernkompetenzen stärker thematisieren

„Wenn Österreich eine international bekannte Kernkompetenz hat, dann sind das der Tourismus und die Kultur“, betonte Hofburg-Direktorin Renate Danler. Für sie steht der Mensch im Mittelpunkt: „Ich würde mir viel mehr junge Menschen wünschen, die mit Herz und Engagement im Tourismus tätig sind. Heute ist es viel
schwieriger, motivierte Mitarbeiter im Tourismus zu finden als Gäste!“ Christopher Norden, Herausgeber der Fachzeitschrift T.A.I. – Tourismuswirtschaft Austria & International, hielt es für besonders wichtig, die Freizeitwirtschaft gesamthaft und mit ihren mannigfaltigen Vernetzungen mit anderen Branchen zu sehen: „Dies
müssen wir in der Öffentlichkeit noch stärker herausstreichen. Es gibt Regionen in Österreich, die ohne den Tourismus nicht überlebensfähig wären.“

Die künftige Entwicklung des Tourismus in Österreich aber auch international wurde generell positiv beurteilt. „Der Österreich-Tourismus wird langfristig wachsen“, zeigte sich Christopher Norden überzeugt, „Österreich darf daher nicht locker lassen, was die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes oder andere steuerlichen Rahmenbedingungen für Betriebe betrifft. Nur dann bleiben wir im Vergleich zu den alten und neuen Mitbewerbern konkurrenzfähig.“ Renate Danler ließ keine Zweifel darüber offen, dass es einerseits zu einer Marktbereinigung kommen wird, andererseits Kooperationen und Allianzen immer wichtiger werden: „Das Personal ist und bleibt daher ein Schlüsselfaktor. Wir müssen schauen, dass junge Menschen aus dem Ausland nach Österreich kommen, um hier eine professionelle Ausbildung zu bekommen.“ Helmut Peter brachte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer Aufwertung der Tourismuswissenschaft und Forschung in Österreich ins Spiel.

Kassandrarufe nein, Problembewusstsein ja

Die Runde war sich dahingehend einig, dass die Rahmenbedingungen für den Tourismus in Österreich schwieriger werden. „Lassen Sie die Zinsen auf fünf Prozent steigen und gleichzeitig die Übernachtungen um fünf Prozent sinken“, konkretisierte Helmut Peter ein Beispiel, „dann sinken die Preise um zehn Prozent – und das ist für eine Vielzahl der Betriebe aus heutiger Sicht nicht verkraftbar“. Christopher Norden betonte allerdings, dass sich der österreichische Tourismus in den letzten Jahren als überraschend krisenresistent erwiesen habe: „Viel kritischer wirkt sich die Wirtschafts- und Finanzkrise beispielsweise auf die Mittelmeerländer aus!“ Zusammenfassend einigte sich das Podium auf das Resümee, dass der Tourismus zweifellos eine Schlüsselbranche ist und „ein Kind mit vielen Talenten“, wie Christopher Norden es auf den Punkt brachte.

Nähere Informationen zur Initiative finden Sie unter:
tourismuscommunity.at