Tourismusstimme der Woche: Friedl mit der leeren Tasche

Im Rahmen der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin präsentierte Ötztal Tourismus ein neues Kultur-Highlight für die kommende Sommersaison. Die Tiroler Urlaubsregion wird zur Bühne für die historische Geschichte von Herzog Friedrich IV von Tirol, besser bekannt als „Friedl mit der leeren Tasche“. Inmitten der spektakulären Naturkulisse des hinteren Ötztals wird der geschichtsträchtige Stoff als Wandertheater inszeniert.

In den Weiten des hinteren Ötztals, im Bergsteigerdorf Vent, versprengt auf über 100 Quadratkilometer Fläche, leben heute noch weniger als hundert Personen. Hier haben sich Traditionen über Jahrhunderte erhalten. Die urtümliche Landschaft sieht noch immer so aus, wie schon vor 600 Jahren, zu Lebzeiten von Herzog Friedrich IV von Tirol, besser bekannt als „Friedl mit der leeren Tasche“. Im kommenden Sommer wird die Geschichte dieser für Tirol so wichtigen Persönlichkeit als Wandertheater im Ötztal inszeniert. Als Bühne dienen dabei teils Originalschauplätze, an denen schon Friedl dereinst wirkte, wie Oliver Schwarz, Geschäftsführer von Ötztal Tourismus erklärt: „Das Ötztal ist nicht nur reich an Naturschönheit, sondern auch ein besonders geschichtsträchtiger Platz. Mit diesem Theaterprojekt verbinden wir diese beiden gewachsenen Traditionen zu einem einmaligen Erlebnis für die Zuseher.“

Tourismusstimme der Woche: Norbert Kettner

Wien Tourismus präsentierte auf der ITB in Berlin seine neue Marketingstrategie für die Segmente Gay-&-Lesbian. Damit soll die Marke Wien noch stärker als exklusives, weltoffenes Topreiseziel für Schwule und Lesben positioniert werden. Wien Tourismus Chef Norbert Kettner stand damit am Eröffnungstag der ITB im Rampenlicht der nationalen wir internationalen Medien. Dies sei auch ein klares Signal, dass dieses Thema in Wien und Österreich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei, so Kettner im Interview in Berlin. Im Hintergrundgespräch „Tourismusstimme der Woche“ skizziert Kettner auch Entwicklungen und Strategien, die Wien 2012 die beste Tourismusbilanz der Geschichte bescherten.

ITB 2013: „Tourism meets Industry“ initiiert interdisziplinären Gedankenaustausch in Berlin

„Umwelt und (Tourismus-)Marke – unter diesem Titel organisierte die Netzwerkplattform „TMI – Tourism meets Industry“ und die auf Tourismus und Freizeitwirtschaft spezialisierte PR-Agentur pro.media kommunikation anlässlich der ITB eine bewusst klein gehaltene, exklusive Exkursion mit spannenden international renommierten Referenten. Rund 25 Touristiker, Kommunikationsexperten und wissenschaftliche Vertreter folgten dem Ruf in die Agenturräume der größten inhabergeführten Multimediaagentur Deutschlands sowie zum anschließenden kulinarischen Ausklang bei „Pret a Diner“ in Berlin.

.) Bernd Kolb, Stefan Kröll (pro.media), Harald Gohm (Standortagentur Tirol), Michael Volkmer (Scholz&Volkmer) und Arnulf Schuchmann (trolley:motion)

.) Bernd Kolb, Stefan Kröll (pro.media), Harald Gohm (Standortagentur Tirol), Michael Volkmer (Scholz&Volkmer) und Arnulf Schuchmann (trolley:motion)

Im Vorjahr stellte sich die Initiative „TMI – Tourism meets Industry“ mit einer hochkarätig besetzten Prologveranstaltung zum Thema nachhaltige Mobilität in der Olympiaregion Seefeld der Öffentlichkeit vor. Rund um die internationale Tourismusbörse in Berlin setzte TMI neuerlich einen Akzent und versammelte Experten unterschiedlicher Branchen zum gemeinsamen Gedankenaustausch. „Wir wollen mit dieser internationalen Initiative neue Netzwerke und Verbindungen zwischen dem Tourismus und der Wirtschaft bzw. Industrie anregen, um zukunftsweisende Innovationen, Projekte und Zusammenarbeit zu fördern“, betonten die TMI-Initiatoren Harald Gohm, GF der Standortagentur Tirol, sowie Markus Tschoner, Präsident von Best of the Alps und Tourismusdirektor der Olympiaregion Seefeld.

Den gesellschaftlichen Wandel zu nachhaltigen Lebensstilen beleuchtete Bernd Kolb, der einst mit seiner Agentur I-D-Media zum Aushängeschild der Internetkultur avancierte, zum Unternehmer des Jahres in Deutschland gekürt wurde und 2005 als Vorstand für Innovationen zur deutschen Telekom wechselte. Heute betreibt Kolb u.a. das Hotel AnaYela in Marroko, das dreimal den World Hotel Award gewann, und gründete den Club of Marrakesch, in dem er Persönlichkeiten aus aller Welt versammelt. Kolb warf einen kritischen Blick auf den Ressourcenverbrauch und legt im Rahmen seines Impulsstatements die Hoffnung auf die „Generation Change“. Lebensstile aber auch Verhaltensweisen von großen Wirtschaftsmarken würden sich unter dem Eindruck eines steigenden Umweltbewusstseins verändern, zeigte sich Kolb überzeugt. Statussymbole – etwa Autos – zu besitzen verliere an Bedeutung. Der smarte, zeitgemäße Nutzen von temporär entstehenden Bedürfnissen stehe im Vordergrund. Der Boom bei Car-Sharing-Modellen sei da nur ein Vorbote, glaubt auch Michael Volkmer, Chef der größten inhabergeführten deutschen Multimediaagentur Deutschlands. Teilen ist das neue Haben – so lautet ein neues Wirtschaftscredo, das neue Kooperationsmodelle forciert und veränderte Kundenwünsche berücksichtigt. Ziel nachhaltig wirtschaftender Unternehmen sei es immer mehr, nicht nur ökonomischen, sondern auch sozialen und ökologischen Mehrwert zu schaffen. Dabei stehe nicht mehr nur allein der Gewinn, sondern die Mehrung des Gemeinwohls im Vordergrund. Volkmer belegte mit vielen Beispielen wie renommierte Unternehmen in Deutschland bereits auf diesen Wandel reflektieren und ihr Verhalten und auch ihre Kommunikation in diese Richtung verändern. Deutlich wurde dabei auch, dass dieser Trend auch touristische Wirtschafts-und Angebotsstrukturen beeinflussen werde. Der international anerkannte E-Bus-Experte Arnulf Schuchmann, stellte in seinem Beitrag die Initiative trolley:motion vor. Der Verein engagiere sich sowohl für die Erhaltung und Erweiterung bestehender als auch die Gestaltung neuer elektrischer Stadtbus-Systeme. Damit, so Schuchmann, könne man auch einen nachhaltigen Effekt im Sinne verbesserter Lebensqualität und Attraktivität in touristischen Destinationen schaffen.