Tourismusstimme der Woche: Erich Liegl / Kohl & Partner

PREISDUMPING IST KEINE LÖSUNG
Gerade in der heimischen Ferienhotellerie versuchen Hoteliers in der Nebensaison, die schwächere Auslastung durch stark reduzierte Preise zu bekämpfen. Dies ist insofern fatal, als nach der Senkung eines hart erwirtschafteten Preises dieser nur mehr schwer nach oben gebracht werden kann. Erich Liegl von Kohl & Partner weiß, was man tun kann, um die Nebensaison zu beleben.

„Wenn Mitbewerber nur über den Preis argumentieren, darf man auf keinen Fall mitziehen“, bringt Erich Liegl, Geschäftsführer Kohl & Partner Österreich seine wichtigste Botschaft für die Qualitätshotellerie auf den Punkt. Vielmehr gilt es die eigene Leistung eingehend zu studieren und die Stärken in den Vordergrund zu stellen. Gerade in der Nebensaison müssen bestehende Produkte auf andere Motive und Zielgruppen abgestimmt werden. „Fakt ist, dass unsere Gäste für ihren Urlaub das selbe Zeit-Budget wie vor 20 Jahren haben – dieses aber ganz anders nützen als in der Vergangenheit: Sie urlauben damit öfter und kürzer – und darauf müssen wir im Tourismus eingehen“, erklärt Liegl, „mit einer saisonal befristeten Umstellung von Familien- auf Wanderurlaube, mit einem speziellen Angebot an Radtouren oder Wellnesskurzaufenthalten, kann diesem Trend gut begegnet werden“.

Gäste entscheiden kurzfristiger
Der Trend zu Kurzurlauben, so Erich Liegl, hat mittlerweile auch auf die Winterurlaube übergegriffen. Immer öfter ist zu beobachten, dass die Gäste mehrfach über ein verlängertes Wochenende zum Skifahren nach Österreich kommen. Dabei fällt auf, dass sich die Gäste oft verschiedene Destinationen aussuchen und häufig nach dem Wetter entscheiden, wohin ihre Reise gehen wird. Dazu Erich Liegl: „Ein Hotel könnte sich dies auch zu Nutze machen und seine Angebots- und Kommunikationspolitik kurzfristig an die Wetterlage anpassen, um eine größtmögliche Auslastung zu erreichen. Zwar gibt es noch die klassischen Skiwochen, doch diese hängen von den Märkten und den Ferienzeiten ab und sind vorwiegend im Einzugsbereich der Wintertourismusorte zu finden.“ Diese Änderung im Gästeverhalten stellt vor allem die kleineren Häuser der 2 – 3-Sterne-Kategorie vor völlig neue Herausforderungen, wenn es gilt, gerade in der Nebensaison wettbewerbsfähig zu bleiben. Zum einen unterliegen sie einem starken Preisdruck, zum anderen ist ihre Konkurrenz im 4-Sterne-Bereich häufig wesentlich besser ausgestattet. Erich Liegl empfiehlt, sich diesem Druck von zwei Seiten nicht mit Preisnachlässen zu beugen oder gar mit einer Aufstockung der Hardware (z.B. Wellnessanlagen) zu reagieren. „Hier ist die Unternehmerfamilie gefragt, sie muss auf Individualität und emotionale Bindungen setzen und sich gerade in der Nebensaison verstärkt in der Betreuung der Gäste persönlich einbringen“, so Liegls Resumée.

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Tourismusstimme der Woche: Manfred Kohl

Er gilt als Pionier der österreichischen Tourismusberatung und auch als Spezialist, wenn es um Betriebsübergaben geht: nun überträgt Manfred Kohl selbst die operative Geschäftsführung in Österreich an langjährige Wegbegleiter und konzentriert sich künftig auf die Geschäftsführung der Kohl & Partner Holding.

Seinen Kunden bleibt er als Strategieberater weiterhin treu, seiner neuen Geschäftsführung wird er in den nächsten Jahren ebenfalls beratend zur Seite stehen. Im Interview „Tourismusstimme der Woche“ reflektiert Kohl Veränderungen im Beratungsgeschäft und konstatiert, dass das „Modell Österreich“ im internationalen Tourismus-Business sehr gefragt ist. Gleichzeitig warnt Kohl, dass trotz österreichweiter Nächtigungsrekorde zuletzt in der Winter-Saison, individuelle Betriebs- und Bilanzergebnissen der Tourismusunternehmen oftmals eine andere Sprache sprechen. Tatsächlich trenne sich auf Betriebsebene zunehmend Spreu von Weizen, die gut geführten Unternehmen würden überproportional gewinnen, der Rest weiter an Boden verlieren.

Kohl lässt Spezialisten ans Ruder

Er gilt als Pionier der österreichischen Tourismusberatung und auch als Spezialist, wenn es um Betriebsübergaben geht: nun überträgt Manfred Kohl selbst die operative Geschäftsführung in Österreich an langjährige Wegbegleiter und konzentriert sich künftig auf die Geschäftsführung der Kohl & Partner Holding. Seinen Kunden bleibt er als Strategieberater weiterhin treu, seiner neuen Geschäftsführung wird er in den nächsten Jahren ebenfalls beratend zur Seite stehen.

operative Übergabe an langjährige Weggefährten

operative Übergabe an langjährige Weggefährten

Kaum ein Name ist mit der österreichischen Tourismusberatung so eng verknüpft wie der von Manfred Kohl. In über 30 Jahren hat er eine kleine, auf seine Person zugeschnittene Pionierfirma aus Villach zu einem komplexen Beratungsunternehmen mit Standorten in Österreich, Südtirol, Deutschland, der Schweiz und Südosteuropa erweitert. „Kohl & Partner steht heute für lokale Kompetenz mit internationaler Erfahrung“, resümiert Manfred Kohl, „österreichisches Tourismus-Know How ist international sehr gefragt. Die Kunden interessiert am `Modell Österreich´ zum einen die mittelständische Struktur aus familiengeführten Betrieben; zum anderen die zweifellos erfolgreiche Art und Weise, wie Österreich seinen Tourismus organisiert und finanziert.“ Bei allem Erfolg sieht Manfred Kohl aber gerade für die heimische Freizeitwirtschaft in den nächsten Jahren große Herausforderungen: „Wir werden uns auf die Produktentwicklung konzentrieren müssen. Im Marketing sind wir schon recht gut aufgestellt, aber das allein reicht nicht. Es gilt das Profil zu schärfen und touristische Räume zu entwickeln, wo sich die Einheimischen wohl fühlen und die Gäste tolle Produkte vorfinden.“

Kohl & Partner hat sich mit der Branche spezialisiert
In den letzten drei Jahrzehnten hat sich der Tourismus in Österreich und damit das Beratungsgeschäft stark verändert. „Früher kamen die Kunden zu mir und wollten wissen, wie sie `Forelle blau´ richtig kalkulieren. Heute sucht der österreichische Tourismus professionelle Beratung für spezialisierte Detailfragen, im Marketing, in der Preispolitik, vor allem aber in der strategischen Unternehmensführung“, erläutert Manfred Kohl. Mit dieser Nachfrage ist Kohl & Partner nicht nur gewachsen, sondern hat auch Kompetenz auf allen wesentlichen touristischen Ebenen aufgebaut: in den Destinationen, in den Betrieben, in der Infrastruktur. „Diese Spezialisierung in einer heute sehr komplexen Branche, verbunden mit starker lokaler Kompetenz und internationaler Sichtweise macht uns stark und bürgt für die Qualität von Kohl & Partner“, so der Tourismusberater. Dass nunmehr die operative Geschäftsführung in Österreich an Spezialisten und langjährige Wegbegleiter übertragen wird, ist für ihn eine logische Konsequenz der bisherigen Unternehmensentwicklung: „Wir sind partnerschaftlich organisiert, 49 Prozent der Anteile werden von langjährigen Mitarbeitern gehalten. Mit Erich Liegl, der seit 1988 bei uns ist, übernimmt ein ausgewiesener Hotelspezialist – mit Gernot Memmer, seit 2001 mit an Bord, ein Experte auf dem Gebiet der Destinationen das Ruder in der operativen Geschäftsführung.“ Claudia Kohl, die in der Unternehmensgruppe für Marketing und PR verantwortlich zeichnet, wird 2014 ebenfalls in die Geschäftsführung einziehen.
Manfred Kohl selbst bleibt Geschäftsführer in der Kohl & Partner Holding, dem Dach der Firmengruppe und wird weiterhin als Strategieberater tätig sein. „Hier sehe ich eine sehr schöne Aufgabe auch darin, die neue Geschäftsführung in den kommenden Jahren zu begleiten. Es wird daher ein fließender, eleganter Übergang sein“, ist Manfred Kohl überzeugt, der für das eigene Unternehmen immer noch vom heimischen Tourismus lernt: „Wir haben Top-Betriebe mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis – und ein Naturell, das für den Tourismus hervorragend geeignet ist!“